Ein zentrales Prinzip der Jugendarbeit besteht darin, dass die Organisationen allen interessierten Jugendlichen offenstehen. Hierbei spielen Religion, Herkunft, Geschlecht, sexuelle und geschlechtliche Identität oder eine Behinderung keine Rolle für den Zugang. Doch ist das wirklich so? Die implizite Haltung, niemanden ausschließen zu wollen, führt nicht zwangsläufig dazu, dass sich niemand ausgeschlossen fühlt oder tatsächlich ausgeschlossen wird. Ausschlüsse bestehen oft, ohne beabsichtigt zu sein, zum Beispiel durch die Strukturen von Organisationen und sind oft nicht ohne weiteres identifizierbar. Diese „blinden Flecken“ können dann dazu führen, dass Menschen in der Organisation nicht ausreichend mitgedacht und repräsentiert werden. Hieraus entsteht dann schnell das Gefühl für die betroffenen Jugendlichen, dass für sie dort kein Platz ist. 

Soll dieser Zusammenhang durchbrochen werden, ist es notwendig, dass sich Jugendorganisationen kritisch mit ihren Organisations- und Angebotsstrukturen auseinandersetzen und sich auf die Suche nach ihren blinden Flecken begeben. Genau hierbei kann der Diversity-Check helfen. Gemeinsam mit einem_einer Trainer_in tauscht ihr euch im Rahmen eines eintägigen Trainings in mehreren praktischen Übungen über Diskriminierung, Zugänge und Ausschlüsse in eurer Organisation aus. Später werden auch eure Veranstaltungen und Materialien mit einer diversitätssensiblen Brille in den Blick genommen. 

Jugendorganisationen, Jugendgruppen und Jugendverbänden auf Orts-, Regional- und Landesebene in Hessen können den Diversity-Check kostenlos im Rahmen des Projekts zusammen[ ]wachsen: Vielfaltssensible Jugendarbeit stärken durchführen. Die Referent_innen beraten hierzu Interessierte.